Wer war Moshe Feldenkrais?

Moshe Feldenkrais (1904-1984) war ein wissbegieriger, Forschungs-freundlicher und genialer Neudenker, dessen Lebenswerk inzwischen Tausende von Feldenkrais Practitioner fortsetzen.

An seiner einzigartigen Methode zur Optimierung der menschlichen Lernfähigkeit hat er überwiegend ab den 40-er Jahren geforscht. Seine frühe Lebenserfahrung als Überlebenskünstler, Auswanderer, Wissenschaftler der Elektronik, Physik, Mathematik und als Ingenieur, sowie sein frühes Interesse an Verteidigungskünsten, vor allem Ji Jutsi und Judo, ließen seine Methode auf reifem Grund heranwachsen.

Kleinkindliche Lernprozesse

Auch die Beobachtungen die er an Kinder in der Praxis seiner damaligen Frau, einer Kinderärztin, anstellte, ließen Ihn viele Erkenntnisse, die für seine Methode unerlässlich werden entschlüsseln: dass selbst-bestimmtes Lernen durch scheinbar zielloses Herumprobieren, Experimentieren und Spielen ermöglicht wird. Er konnte die Heute so selbstverständliche Lernfähigkeit des menschliche Nervensystems beobachten.

Ein bewegtes Leben

Ursprünglich aus Russland, wanderte er im Alter von ca. 14 Jahren allein nach Israel aus. Er machte sein Abitur, arbeitete an dem Aufbau des neuen Staates Israel und studierte später Physik, Mathematik, Maschinenbau und Elektrotechnik an der Sorbonne in Frankreich, wo er sein Studium als Doktor der Naturwissenschaften abschloss. Zu dieser Zeit lernte er Kudo kennen, wurde der erste Europäische Blackbelt und eröffnete den ersten Judoclub in Paris.

1940 floh Feldenkrais aus Paris nach England. Während des 2. Weltkrieges war er für die britische Admiralität tätig. In diesen Jahren interessierte er sich zusehends für die menschliche Entwicklung und dafür, wie Kinder lernen sich zu bewegen.

 

Selbstbestimmtes lernen

Er litt an wiederholten Knieverletzungen durch Fußball und Judo, die so schlimm wurden, dass er nicht mehr gehen konnte ohne verkrüppelnde Schmerzen zu erleben. Er weigerte sich, sich operieren zu lassen, da seine Ärzte ihm nur eine 50% Chance voraussagten, danach wieder Gehen zu können. Er machte sich stattdessen selbst daran, seine verlorengegangene Gehfähigkeit wieder zu erlangen.

Er nutze sein Wissen von Mechanik und Physik, sowie sein Verständnis von experimenteller Prozedur um sich Selbst das Gehen beizubringen. Im Selbststudium eignete er sich umfangreiche Kenntnisse zum Thema Physiologie, Anatomie, Neurologie und Psychologie an. Er lernte langsam, seine gesamte Koordination zu verbessern und die Belastung seiner Knie zu mindern.

Bewusstheit als Schlüssel zur Heilung und des Lernens

Entscheidenderweise wurde ihm bewusst, dass es das Bewusstwerden seines Tuns war, das ihm erlaubte ein Fundament zu legen, für das was er tun wollte - nämlich Schmerzfrei zu gehen. Er verbrachte den Rest seines Lebens damit diese Methode der Bewegungserziehung zu entwickeln, und half dabei Tausenden von Leuten mit den unterschiedlichsten Herausforderungen.

Sein Werk, sein Verständnis und seine Hoffnung für die Menschheit hielt er in zahlreichen Büchern, die noch heute durch ihre voraussehende, wissenschaftlich inzwischen bestätigten, Thesen und Grundannahmen gültig sind, fest.

Er starb 1984 im Alter von achtzig Jahren.

Biographien

Wer mehr über das spannende Leben von Moshe Feldenkrais erfahren möchte sei die 2015 erschienene Biographie "Moshe Feldenkrais - Der Mensch hinter der Methode" von Christian Buckhard empfohlen. Ausserdem gibt es auf English der erste Teil der Biographie "A Life in Movement" , ebenfalls 2015 erschienen, geschrieben von einer Dr. Feldenkrais langjährige und eng-vertrauten Schüler Mark Reese.